Der Sonntag danach…

Ich empfehle dringenst den Eintrag vor diesem hier zuerst zu lesen, um das Elend in seinem vollen Ausmaß zu verstehen ;-)

Nachdem ich also von Samstag auf Sonntag in einen scheinbar komatösen Kurz-Dornröschen-Schlaf gefallen bin, und mich nur ein Wecker in der Lautstärke einer Boeing 747 wieder aus diesem Zustand reißen konnte, wurde mir folgendes bewußt:
Du wirst alt! Die restlichen 2 Promille und nur 6 Stunden Schlaf nach einer durchzechten Nacht sind für einen nahezu 25-jährigen Körper wie meinen auf Dauer wohl nicht zu schaffen.
Ich kugel mich also aus meinem Bett heraus und schaffe es mit Müh und Not, eine Schüssel Müsli unfallfrei in meinen Mund zu befördern. Eine wahre Glanzleistung bei der Größe meiner Augen!
Dann hab ich es sogar geschafft, bis 11.45 Uhr halbwegs nach Mensch auszusehen (zumindest soweit das möglich ist bei mir) und meine Sporttasche zu packen…ich hab mich ja den ganzen Abend gefreut, heute im Tor spielen zu dürfen — was bekanntermaßen bedeutet, daß der läuferische Aufwand gegen Null tendiert :-)

Ich also wagemutig auf dem Weg zu meinem Auto, doch schon auf dem Weg dorthin fällt mir auf, daß irgendwas fehlt: Irgendein riesen Penner hat es doch tatsächlich gewagt, meinem schönen Auto das vordere Nummernschild zu klauen! Einfach weg, Wahnsinn. Ich mindestens auf 175 und irgendwie gleichzeitig in Panik, auf dem Weg zum Sport von der Polizei angehalten zu werden (was angesichts meiner gefühlten 2 Promille zu größeren Problemen geführt hätte)…
Na ja, es half ja alles nix, hoch ins Höhendorf und erst mal vor den Kumpels meinem Ärger Luft machen. Zu meiner Verwunderung (im Nachhinein allerdings wars ja eigentlich klar) hat es keiner komisch, sondern jeder nur lustig gefunden…bis der Spaßvogel persönlich – nennen wir ihn mal Weber! – breit grinsend mit meinem Nummernschild ankam…na ja, eigentlich n geiler Scherz, wenn der Gedanke an die Polizei auf der Hinfahrt nicht gewesen wäre.

Wir uns alle dann umgezogen und aufn Platz gegangen…ich glaub ich konnt vom Tor aus grad bis zur Strafraumgrenze sehen, zumindest die ersten Minuten des Warmmachens.

Aber topfit und stark wie Jens Lehmann bei der WM konnte ich dann mit wahrlich grandiosem Spiel (sieht man von den ganz üblen Abstößen vom Boden mal ab) einige Male das Gegentor verhindern — bis zur 85. Minute: unnötige Ecke, Kopfball 7m vorm Tor, Unterlatte, drin, 0:1…Spiel verloren. Das macht doch so echt keinen Spaß. Hätten vor allem vorher einfach mal ein bis vier Tore schießen müssen, aber so ist das halt bei unserer Mannschaft diese Saison. Pest wird dicht gefolgt von Cholera!

Bis nächsten Sonntag, wo ich hoff ich mal was anderes schreiben kann…


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