Also manchmal… (MFG-Bericht Nr. 38161942)

… da frage ich mich, ob die Menschen auch nachdenken, oder einfach nur handeln, ohne Rücksicht auf Verluste. Friendly Fire fällt mir dazu noch ein, gibt es auch, passt thematisch aber leider nicht, daher nur als Erwähnung :-D Es ist eher das Prinzip der (betriebswirtschaftlichen) Heuschrecken, wo man selbst den eigenen Vorteil sucht, ohne auf die Umgebung zu achten.

Also, ich komm soeben aus Weimar zurück. Mal wieder mit einer Mitfahrgelegenheit. Meine Hinfahrt war gut. Nicht Weltklasse, aber eine solide 3+ auf jeden Fall! Hat mich vom Düsseldorfer Hbf nach Erfurt mitgenommen, wo ich dann noch kurz in den Weimarer Hafen übersetzen musste (das ist eine Metapher, Weimar hat keinen Hafen, falls sich jetzt jemand wundern sollte).

Die Tage waren soweit auch sehr schön, waren in Erfurt – wollten Kulturbesuch machen: Augustinerkloster, Erfurter Dom, Krämerbrücke. Was es so in Erfurt halt alles gibt. Nun ja, im Endeffekt waren wir bei IKEA und ein wenig shoppen. :-D Sind irgendwann scheinbar falsch abgebogen, standen wir in der Shopping-Meile und kamen da nicht mehr weg ;-)

Nun denn, aber nun zum eigentlichen Thema. Meiner Rückfahrt!
Die Absprache erwies sich schon als schwierig, da der Telefonkontakt durchaus als “Scheisse” beschrieben werden durfte. Dazu kommt dann noch, dass der werte Herr es nicht für nötig hielt, den (sonst für Weimar) üblichen Startpunkt zu wählen, sondern mitten in der Pampa von Weimar. Und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt! Dort angekommen warteten schon zwei Persönchen auf mich, in Form von weiteren Mitfahrern. Aber durch ein kurzes Durchzählen (und meine Vorkenntnis, dass in Erfurt noch jemand zusteigen würde) wurde uns schnell klar, dass die Fahrt anstrengend wird: Skoda Octavia. Gutes Auto erst mal, keine Frage (zufälligerweise genau das gleiche wie auf meiner Hinfahrt). Aber mit Fahrer, jemandem aus Erfurt, den zwei anderen und mir fuhren im Endeffekt fünf Personen diese 400km lange Strecke. Das versprach ja chic zu werden! Die Stimmung war bereits wenige Minuten nach Fahrtbeginn unterhalb des Gefrierpunkts. Doch das Grauen sollte erst noch beginnen.

Denn es war auch nicht notwendig, in Erfurt den Hauptbahnhof anzusteuern, oh nein! Der werte Herr Fahrer wollte sich lieber irgendwo in der Erfurter Pampa (das ist kein Witz, sondern die pure Wahrheit!) treffen. Ergebnis: Wir mussten erst mal 20 Minuten zu dem Ort überhaupt hin irren, um dann im Endeffekt mit drei Personen auf der Rückbank bestückt die Reise antreten zu können. Ich hatte dabei schon die Glückskarte gezogen, denn ich durfte (wie zumeist, es leben die großen Körperdimensionen) immerhin vorne sitzen. Musste mir den Platz nur mit meinen Knien, meiner Apfelschorle und einem zwei Zentner schweren Atlas teilen.

Und als ob all das nicht genug wäre, war bekanntlicherweise heut auch “der schlimmste Sturm seit Kyrill”…war ja klar, dass ich genau in dem Schlamassel nach Hause fahren muss! Allerdings hat die Fahrt dafür, dass wir für die ersten 100km zwei Stunden gebraucht haben, mit insgesamt 5 Stunden Fahrtdauer relativ kurz gedauert. Frech fand ich dann allerdings, als meine Mitfahrer ihn fragten, ob es (statt der üblichen 20€ für die Strecke) einen Rabatt geben würde, da die Fahrt ja tendenziell eher unbequem sei, seine Antwort:

Nein, bitte jeder 20€, ich habe bei dem Auto ja auch Wartungskosten.

Da wusste ich ja nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Erst hat dieser Idiot kurzdenkende Kerl 4 (in Worten: VIER) Mitfahrer an Bord, wovon exakt vier scheisse gesessen haben, und dann verweigert er denen auch noch einen Rabatt, obwohl ihn selbst die Fahrt an Sprit höchstens (mit viel Wohlwollen) 50€ gekostet hat.

Na ja, was bringt das aufregen? Ich bin zu Hause, bin sicher angekommen, und nächste Woche beginnt das Abenteuer auf ein Neues! :-)


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