Sony’s “Home” kann von mir aus nach Hause gehen!

Vor kurzem ergab es sich ja bekanntermaßen, dass der nette Christian eine Playstation 3 in seinem Briefkasten vorfand.

Seitdem habe ich natürlich auch einige Stunden damit verbracht, gestern Assassin’s Creed durchgespielt, und vor einigen Tagen habe ich das erste Mal Kontakt zu Sony’s neuer Social Life Plattform gehabt. “Home” nennt sich das Ganze. Wer Second Life kennt, dem brauch ich das jetzt nicht zu erklären, sonst in Kürze:

Man kann (relativ individuell) einen Charakter erstellen, mit dem man fortan die “Welt” betritt. Hierbei geht es mehr um Aussehen und Kleidung, denn um irgendwelche Charakterzüge (weswegen ich auch kein Nachtelf-Irokese bin!). Dann kann man sich in diese wunderbare Welt einloggen, bei doch recht ansehnlicher Grafik, und soll “Leute treffen”. Mit diesen “Leuten” kann man dann im Prinzip reden (sowohl chatten als auch per Headset). Dann kann man noch irgendwelche Mini-Games spielen, Trailer zu Filmen oder ähnlichem schauen, und natürlich: Gegenstände kaufen! Für echtes Geld versteht sich.

Soweit die kurze Einführung. Da “Home” kostenlos ist, habe ich es spaßeshalber mal installiert, ohne allerdings große Erwartungen zu haben. Und (wie die Überschrift vermuten lässt): Diese Erwartungen wurden noch meilenweit unterboten!

  • Die Grafik ist ganz nett, da gibt es nichts zu bemängeln. Schön bunt, relativ detaillierte Umgebung.
  • Die achsotoll kreierten Männchen sehen allesamt gleich aus, da man auf die Entfernung die unterschiedlichen Augenbrauen und andere  Details gar nicht erkennen kann. Zudem gibt es im Spiel ungefähr ein cooles nicht scheisse aussehendes Outfit, so dass in etwa jeder damit rum rennt.
  • Die Figuren sind in der Lage, zu stehen, sich hinzusetzen, zu tanzen, zu gehen, und zu traben. Sie können aber nicht rennen, was ein Bewegen von A nach B teils echt ätzend lang gestaltet. Auch wenn es nur 30 Sekunden für 200 virtuelle Meter  sind, rennen wäre einfach zu gut gewesen!
  • Die Welt, die es (momentan)  gibt, spottet dem Namen “Welt”! So gibt es einen Dortplatz mit ein paar Gebäuden wie Kino, Bowling-Bahn und Einkaufszentrum. Man kann überteuert irgendwelche Gegenstände kaufen (für 2-5 Euro im Regelfall), man kann Videos/Trailer schauen…Wahnsinn!
  • Wo wir zum nächsten Problem kommen: Die Ladezeiten! Jedes Gebäude ist etwa 30-40 MB groß, und muss vor dem ersten Betreten erst (runter)geladen werden! Da die Server aber so schön langsam sind, kann das durchaus mal 10 Minuten dauern. Die Ladezeiten danach sind akzeptabel (etwa 30 Sekunden).
  • Auf dem Dorfplatz und im Kino gibt es Leinwände, wo man irgendwelche Videos  schauen kann. Die Idee ist gut, die Umsetzung aber leider totaler Mist. So werden die Videos nicht gestreamt, wie mittlerweile an jedem Ort im Internet, nein, man muss es vorher komplett herunterladen! Wo wir wieder bei langsamen Servern und dem vorangegangenen Punkt sind.
    Ich bin ja so schon etwas ungeduldig, wenn es um solche Dinge geht, aber das hier ist die Krönung. Es regt mich einfach auf, 2 Minuten oder länger auf ein (oftmals schlechtes) Video warten zu müssen! Da man oftmals vorher auch nicht erkennen kann, was für ein Video man überhaupt gerade lädt.
  • Dann hat man (wie bereits angedeutet) auch die Möglichkeit, sich zu unterhalten. Bzw. allgemein zu kommunizieren. Das besteht dann in der Regel aus 10 Phrasen, die man per Knopfdruck über seinem virtuellen Kopf erscheinen lassen kann. Alternativ kann man auch Gruppen-Tanzen (wobei es sogar da verschiedene Möglichkeiten gibt!), Gruppen-Hinsetzen, Gruppen-…ach keine Ahnung, was noch, ist mir auch egal. Es ist auf jeden Fall Schei…benkleister!

Sony hat “Home” 2007 angekündigt und das Ganze als etwas Großartiges beschrieben. Gut, das Ganze ist derzeit im “Beta”-Stadium, worin womöglich auch die (noch) kleine Welt begründet ist.
Das grundsätzlich schlecht umgesetzte Konzept entschuldigt dies aber nicht.  Nach etwa 20 Minuten habe ich “Home” entnervt beendet und beschlossen, frühestens in einem halben oder einem Jahr nochmal reinzuschauen. Und das auch nur, wenn ich an irgendeiner Stelle lese, dass sich grundlegend irgendwas geändert hat, denn so ist es pure Zeitverschwendung.

Und jetzt kommt der Punkt, den ich am allerwenigsten von allen verstehe: Es gibt tatsächlich Leute, die “Home” gut finden! Die da stundenlang rumhängen, mit irgendwelchen Leuten sonstwas machen und ihr hart verdientes Geld (oder von irgendwem zumindest hart verdient) aus dem Fenster werfen, um sich ein virtuelles Haus, ein virtuelles Sofa oder sonst einen Mist zu kaufen. Ich fass es nicht! Die geben echtes Geld aus, um sich ein virtuelles Sofa zu kaufen. Wo sich der Charakter zwar immerhin draufsetzen kann, was sonst aber nicht mal den Traffic wert ist!

Tut mir leid Sony, “Home” ist der größte Quatsch, den ich womöglich jemals gesehen habe!  Dass ich nicht alleine mit dieser Meinung da stehe, zeigt der Beitrag hier, dessen Grundtenor ähnlich ist (und wo es noch einige Fotos und ein Video zu sehen gibt).


3 Kommentare zu “Sony’s “Home” kann von mir aus nach Hause gehen!”

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