Elektronisierung unseres Lebens – Himmel oder Hölle?

Wie genau war das früher, in meiner Kindheit? Wollte man sich in der Freizeit verabreden, hat man im Optimalfall (Wunsch der Eltern) den potentiellen Spielpartner in der Schule gefragt und sich “verabredet”.
Oder es immerhin per Telefon gemacht, was damals vllt. sogar noch eine Wählscheibe hatte. Informationen bekam man aus sogenannten Lexika, die reichen Eltern hatten möglicherweise einen sagenumwobenen Brockhaus.
Später in meiner Kindheit hatten einige Schüler für Geschichts-Hausaufgaben auf Umwege Encarta Enzyklopädie von Microsoft zur Unterstützung des Gehirns und Sehapparats. Fußball spielen hieß: Raus, bei Wind und Wetter, echte Bälle treten, auf einem Bolzplatz. Musik hörte man im Radio, auf einem CD-Player (der auch nur das konnte) oder mit einem Walkman.

So, um mal den Bogen zu kriegen: All das macht kaum noch jemand. Wer verabredet sich mündlich noch mit jemandem? Genau. Niemand. Das passiert per SMS. Oder E-Mail. Was auch wieder Handy/Smartphone bedeuten kann. Ein Lexikon hat doch kein Mensch mehr zu Hause, wozu gibt es Google und Wikipedia? Fußball spielen heißt für viele nur noch auf der Playstation.

Ich will natürlich nicht meckern, all das sind Dinge, die auch ich natürlich gern nutze. An sich will ich sowieso gar nicht meckern. Habe nur gerade einen TV-Bericht gesehen, wo es darum ging, Autos mit künstlicher Intelligenz auszurüsten, dass diese komplett eigenständig auch längere (unbekannte) Strecken fahren können. Über Stunden! Das können ja Menschen nicht mal immer fehlerfrei. In verschiedenen Filmen hat man solche automatisierten Szenarien ja bereits gesehen, aber ich frage mich: Fährt mein Auto in einigen Jahren selbständig los und durch die Stadt zu mir, wenn ich es per integrierter Breitbandverbindung “anrufe”? Hat mein Auto dann Internet? Im Prinzip denkbar. Und Internet-Radio im Auto kann ich mir auch gut vorstellen. Der Nachfolger von UMTS (LTE) ist ja bereits in den Startlöchern.
Aber: Will der Mensch, dass das Auto selbständig fährt? Einparken könnte ich mir grundsätzlich vorstellen, aber ganze Strecken fährt man doch am liebsten selbst, oder?

Alternativ habe ich auf der CeBit erklärt bekommen, dass ich in einigen Jahren mein Haus nur noch per Bluetooth öffnen möchte. Dann hat man keine physischen Schlüssel mehr (eventuell), sondern am Handy automatisch den “Key” aktiv, wenn man sich dem Haus nähert. Denn “das Handy hat man ja eh immer dabei”. Soll verlustsicher sein (durch Sperren), aber jeder neu generierte Key kostet natürlich. Für Firmen mit häufig wechselnden Besuchern könnte das interessant sein. Echte Schlüssel sind aber kaum zu ersetzen. So ein System gibts teils ja auch per RFID für Autos, was aber in diversen TV-Berichten als unsicher eingestuft wird.

Genauso gehört habe ich natürlich von Kühlschränken, die automatisch die Milch nachbestellen bzw. auf die Einkaufsliste setzen, wenn sie leer ist, dann gibt es Internetzugänge ohne PC  (“Cloud Computing”),  und so weiter, und so fort. Ich finde es interessant, dass es solche Entwicklungen gibt, aber alles davon muss ich auch nicht mitmachen. Und ich bin schon sehr technik-affin. Und zeitweise faul. :-D

Was denkt ihr darüber und was kennt ihr noch für technische Spielereien, die das Leben “erleichtern” sollen?


3 Kommentare zu “Elektronisierung unseres Lebens – Himmel oder Hölle?”

  • Masta82 Says:

    Hört sich so nach Knight Rider an :D Zumindest der Teil mit dem Auto ist interessant, wenn ich Freitags zu dir fahre, aber müde bin… Da kann ich einfach schlafen und muss keine Angst vor dem Tod haben :D

    Das mit den Schlüsseln via Bluetooth ist jetzt zwar in der Art und Weise neu, aber elektronische Schließanlagen sind schon länger nichts besonderes mehr… Da hat man halt einen Plastikschlüssel statt einem Metallschlüssel, der einen Chip enthält welcher programmierbar ist. Auf der anderen Seite hat man elektronische Zylinder, die den Schlüssel während der Schließvorgangs "überprüfen" und somit freigeben. Verliert jemand einen Schlüssel muss nun nicht die gesamte Anlage getauscht werden, sondern lediglich der eine Schlüssel in den Zylindern gesperrt werden… Prinzipiell auch zu hause einsetzbar… Und meiner Meinung nach sicherer als Bluetooth. Ich kann drauf verzichten, dass demnächst jeder trottelige Dieb per Brute Force (ohne Brecheisen) meine Tür knackt und die Versicherung im Zweifelsfall nicht zahlt :-/

  • Christian Finke Says:

    Klar gibt es schon das ganze per Chipkarten, aber per Bluetooth am Handy finde ich persönlich halt auf die Spitze getrieben. Brute Force wird denke ich mal nicht funktionieren, da die Sachen wohl 128 oder 256 Bit verschlüsselt sein werden. Aber ich hab lieber nen physischen Schlüssel als ein von Laien auslesbares Gerät.

    Man kann ja auch den Funkverkehr von Autoschlüsseln "mitschneiden" und auf einen Blankoschlüssel portieren und so in 5 Sekunden Autos knacken. Mehr Technik ist manchmal leider mehr Risiko, trotz vermeintlich mehr Bequemlichkeit.

  • Jamie Says:

    Ich wünsche mir einen funktionierenden Ankunftsanzeiger am Bahnsteig und eine Durchsage und ein Laufband am Zuganzeiger, ob mein Zug kommt und wenn ja, mit wieviel Minuten Verspätung.
    Da solch ´profane´ Dinge schon nicht gelingen, male ich mir erst recht nicht aus, was mir mein Kühlschrank schon mal alles nachbestellen könnte, während ich nachts heimlich die Schokoladenvorräte klaue…
    … soviel zur Zukunft der Technik meinerseits ;)

    Gruß – übrigens ein schön geschriebener Beitrag
    Jamie

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