Jun 20 2010

Elektronisierung unseres Lebens – Himmel oder Hölle?

Wie genau war das früher, in meiner Kindheit? Wollte man sich in der Freizeit verabreden, hat man im Optimalfall (Wunsch der Eltern) den potentiellen Spielpartner in der Schule gefragt und sich “verabredet”.
Oder es immerhin per Telefon gemacht, was damals vllt. sogar noch eine Wählscheibe hatte. Informationen bekam man aus sogenannten Lexika, die reichen Eltern hatten möglicherweise einen sagenumwobenen Brockhaus.
Später in meiner Kindheit hatten einige Schüler für Geschichts-Hausaufgaben auf Umwege Encarta Enzyklopädie von Microsoft zur Unterstützung des Gehirns und Sehapparats. Fußball spielen hieß: Raus, bei Wind und Wetter, echte Bälle treten, auf einem Bolzplatz. Musik hörte man im Radio, auf einem CD-Player (der auch nur das konnte) oder mit einem Walkman.

So, um mal den Bogen zu kriegen: All das macht kaum noch jemand. Wer verabredet sich mündlich noch mit jemandem? Genau. Niemand. Das passiert per SMS. Oder E-Mail. Was auch wieder Handy/Smartphone bedeuten kann. Ein Lexikon hat doch kein Mensch mehr zu Hause, wozu gibt es Google und Wikipedia? Fußball spielen heißt für viele nur noch auf der Playstation.

Ich will natürlich nicht meckern, all das sind Dinge, die auch ich natürlich gern nutze. An sich will ich sowieso gar nicht meckern. Habe nur gerade einen TV-Bericht gesehen, wo es darum ging, Autos mit künstlicher Intelligenz auszurüsten, dass diese komplett eigenständig auch längere (unbekannte) Strecken fahren können. Über Stunden! Das können ja Menschen nicht mal immer fehlerfrei. In verschiedenen Filmen hat man solche automatisierten Szenarien ja bereits gesehen, aber ich frage mich: Fährt mein Auto in einigen Jahren selbständig los und durch die Stadt zu mir, wenn ich es per integrierter Breitbandverbindung “anrufe”? Hat mein Auto dann Internet? Im Prinzip denkbar. Und Internet-Radio im Auto kann ich mir auch gut vorstellen. Der Nachfolger von UMTS (LTE) ist ja bereits in den Startlöchern.
Aber: Will der Mensch, dass das Auto selbständig fährt? Einparken könnte ich mir grundsätzlich vorstellen, aber ganze Strecken fährt man doch am liebsten selbst, oder?

Alternativ habe ich auf der CeBit erklärt bekommen, dass ich in einigen Jahren mein Haus nur noch per Bluetooth öffnen möchte. Dann hat man keine physischen Schlüssel mehr (eventuell), sondern am Handy automatisch den “Key” aktiv, wenn man sich dem Haus nähert. Denn “das Handy hat man ja eh immer dabei”. Soll verlustsicher sein (durch Sperren), aber jeder neu generierte Key kostet natürlich. Für Firmen mit häufig wechselnden Besuchern könnte das interessant sein. Echte Schlüssel sind aber kaum zu ersetzen. So ein System gibts teils ja auch per RFID für Autos, was aber in diversen TV-Berichten als unsicher eingestuft wird.

Genauso gehört habe ich natürlich von Kühlschränken, die automatisch die Milch nachbestellen bzw. auf die Einkaufsliste setzen, wenn sie leer ist, dann gibt es Internetzugänge ohne PC  (“Cloud Computing”),  und so weiter, und so fort. Ich finde es interessant, dass es solche Entwicklungen gibt, aber alles davon muss ich auch nicht mitmachen. Und ich bin schon sehr technik-affin. Und zeitweise faul. :-D

Was denkt ihr darüber und was kennt ihr noch für technische Spielereien, die das Leben “erleichtern” sollen?