Okt 13 2010

Besser (ganz) spät als nie: Slowmo´s – das Finale

Auch wenn das Geschehene bereits einige Monate her ist, dem Interesse der Öffentlichkeit soll und muss Genüge getan werden. Also los:

Am 13.07.2010 trafen sich die beiden Finalisten zur letzten Schlacht. Das moderne Gegenstück zur Schlacht um Minas Tirith. Nur ohne Untote. Und ohne Orks. Also eigentlich ein Fußballspiel.

Die Partie lautet wie bereits am 2. Spieltag: Milchmäuse gegen Slowmo´s. Beim ersten Aufeinandertreffen konnten die Milchmäuse noch von Glück und dem Unvermögen des Slowmo-Torwarts (und Blogschreibers) profitieren und ein 1:1 erduseln. Doch diese Milchmäuse im Finale sollten ein anderes Kaliber sein als in der Frühphase der Saison.

So begab es sich, dass die erste Halbzeit ein von Höhepunkten relativ befreites Spiel für die zahlreichen Zuschauer bot.
In der zweiten Halbzeit sollte sich dies ein wenig ändern, es gab ab und zu wenigstens einige Torchancen. Die größte in der “89. Minute”, als es auf einmal (und zum Unverständnis der Milchmäuse) Hand-Elfmeter für die Slowmo´s gab.

Gab es da nicht schon etwas? Ja natürlich, in der Vorrunde verschoss Kollege Volker bereits einen Elfmeter gegen die Jungs von Campus Süd in eben jener 89. Minute vollkommen unnötigerweise und den Gruppensieg kostend in die Arme des gegnerischen Torwarts.
Heute wollte sich der voller Zuversicht strotzende Kollege “Huth” aus der Abwehrregion das Leder schnappen und zum Turniersieg versenken. Soweit, so gut. Kann ja klappen. Doch was passiert? Auf einmal vereinigen 3 legendäre Szenen des Fußballs zu einem Bruchteil einer Sekunde am Sportplatz am Südpark:

  • Uli Hoeneß´ Elfmeter 1976, der heute noch nachts über Belgrad zu sehen ist
  • Uli Stielikes Elfmeter 1982, der bis heute einzige bei einer WM verschossene Elfmeter eines Deutschen
  • David Beckhams Elfmeter 2003, als dieser auf einer Ölspur seiner Frisur ausrutschte und den Ball im Sternenhimmel über Istanbul versenkte.

Jedenfalls muss unser kleiner Slowmo exakt an diese 3 Personen gedacht haben, denn der Elfmeter landete nicht nur nicht im Tor, nicht nur darüber, nicht nur außerhalb des Sportgeländes (was von 10m hohen Bäumen begrenzt wird), nein, der Ball kam Wochen später mit einem Paket irgendwo aus der Nähe von Wülfrath wieder. Eine nette Familie hat sich des kleinen Balls angenommen und ihn an seine Besitzer zurückgeschickt.

Nun ja, also 89. Minute weiterhin 0:0, Elfer daneben. Kollege Turnschuh haderte mehr mit sich selbst, um in seiner Funktion als Verteidiger zu patzen und die größte Chance der Milchmäuse in der Nachspielzeit nicht zu verteidigen. Doch die Milchmäuse scheiterten am heute exzellenten Keeper (mit 5-6 sauber gefangenen Flanken/Einwürfen) und dem starken Verteidiger Bene. Abpfiff! Elfmeterschießen. Wie so oft. Das Folgende im Ticker aus Sicht eines Torwarts:

  • Die Milchmäuse beginnen. Der Schütze ist schwer auszurechnen, Reaktion entscheidet. Der Schütze läuft an – links, rechts, Mitte, wohin? – und RUMMS, schlägt es nahezu mit Lichtgeschwindigkeit vom Torwart rechts unten ein. 1:0 Milchmäuse
  • Volker übernimmt Verantwortung. Anlauf, gut gezielt, Ball fliegt Richtung Winkel, Torwart geschlagen….Außenpfosten! Nein, wieder verschossen.
  • Die Milchmäuse. Der Stürmer. Diesmal weiß ich, wo er hin schießt. Links oben aus meiner Sicht, man sieht es ihm an. Er läuft an, ich einen Schritt ins Eck. Schuss. Guter Schuss. Winkel! Ich dran, aber 1cm Finger haben gefehlt. 2:0 !
  • Nun gehts ans Eingemachte. Eine Führung von 2:0 ist nicht ohne. Ruhe bewahren
  • Nun muss Georg ran. Bitte nicht wie vorher. Nein, knallhart ins linkere untere Eck! 2:1
  • Der nächste Schütze der Milchmäuse hat das Ziel seines Schusses bereits mit Moses in eine der Steintafeln geritzt. Ganz klar, wo der hinschießt. Rechts. Der Schütze läuft an. Ich eine gefühlte Minute vorher schon in die richtige Ecke. Schuss – rechts! Gehalten! Immer noch 2:1
  • Jetzt “durfte” ich selbst ran. Wie immer: Konzentrieren, nicht aus der Ruhe bringen lassen, anlaufen, Schießen. Kann so einfach sein. Ich laufe an, treffe halbwegs gut. Hart, links unten, TOR! 2:2. Ausgleich!
  • Der nächste Schütze der Milchmäuse daher voller Angst, seine Mannen auf die Verliererstraße zu bringen. Anlauf, Schuss…hoch, Latte! Die Chance für uns!
  • Unser Spieler Bruni läuft an. Versenkt leicht und flach zum 3:2, Führung!!
  • Der kommende Spieler könnte der letzte sein. Die Milchmäuse unter Druck. Der Schütze schaut ab dem Punkt, wo er den Ball auf den Punkt legt, ganz offensichtlich für jeden im weiten Rund in eine Ecke. “Okay” denke ich, “dann schießt der auf jeden Fall in die andere”. Er läuft an, ich bewege mich nach links, Schuss! TOR. 3:3, der Fuchs war doch tatsächlich so schlecht, derart lang in die Ecke zu gucken, und dann auch noch da hin zu schießen.

Jetzt entscheidet sich alles. Bene, unser mit Abstand schlechtester Torschütze ist am Punkt. Ansage etwa 1 Stunde vor Spiel: “Bene, wenn du im Finale gleich den entscheidenden Elfmeter verwandelst, küsse ich Dir die Füße”. -Georg

Nun ist es also soweit. Verwandelt Bene, sind wir Turniersieger! Anlauf. Die ganze Anspannung ist zu spüren. Schuss. Der Ball kommt nicht mal ansatzweise ins Eck. Der Torwart bewegt sich aber ein wenig, der flache und schwach geschossene Ball kommt genau auf ihn zu. TUNNEL! TOR! 4:3! Uneinholbar vorn! Turniersieg! Rekordmeister! Ungeschlagener Rekordmeister! Erster der Ewigen Tabelle! Für immer legendär!

Dies war die Geschichte des Finals. Danach gab es noch ein rauschendes Fest, in dessen Zusammenhang eine bis dato unbekannte Truppe hundsgemeiner Diebe den wohlverdienten Siegerpokal entwendet hat. Und dann auch noch Tage später höhnisch ein Foto der Geisel online gestellt hat. Der Pokal ist seitdem verschollen, vielleicht taucht er nie wieder auf. Und ich hatte ihn an dem Abend nicht mal in der Hand :-(

Und Georg küsste an selbigem Abend noch die nackten und verschwitzten Füße des entscheidenden Schützen Bene. :-)


Jul 6 2010

Uni-Liga: Die Slowmo´s wollen wieder ins Finale

Ladies and Gentlemen, it´s crunch time! Was die liebste Zeit von großen Sportlern wie Michael Jordan war, ist auch für sonstige Playoff-Fans ein Festtag.
Heute stand das Halbfinale um den Einzug in die Runde der letzten zwei besten Teams der Düsseldorfer Uni-Liga statt. Gegner war kein geringerer als unser eigener Finalgegner vom vergangenen Jahr, die wir nur mit anfangs viel Fortune und am Ende des Tages durch einen überragenden Torwart zwischen den Pfosten (beim Elfmeterschießen) geschlagen haben.

Eine kurze Vorstellung des Gegners ergibt folgende Details:

  • In 2 Saisons lediglich eine Niederlage, im letztjährigen Finale
  • Diese Niederlage auch nur nach Elfmeterschießen
  • Souveräner Tabellenerster in der diesjährigen Gruppa A
  • 9 Siege, 1 Unentschieden, 0 Niederlagen in der Gruppenphase
  • Unfassbare 41 geschossene Tore, bei nur 6 kassierten

Kurz gesagt: Der Schrecken eines jeden Gegners! Doch die Slowmo´s sind immerhin die einzigen, die die Jungs mit dem exotisch klingenden Namen Udinese Calcaneus überhaupt bezwingen konnten. Und eine Wiederholung dessen (und seit dem neuen Wembley-Tor wissen wir, dass sich Fußballgeschichte eben doch wiederholt!) wollten wir nicht nur erhoffen, sondern erzwingen.

Das Spielgerät sowie der Schiedsrichter erwiesen sich vorab gesagt heute eines Halbfinals würdig, großes Lob hierbei an die Turnierleitung!
Vom Anstoß weg ließen die Slowmo´s den scheinbar übermächtigen Gegner, ob ihrer weißen Trikots auch El Galacticos genannt, ein wenig Platz zur Entfaltung, ohne allerdings eine knallharte Raumdeckung mit Ball-Mann-Orientierung zu vernachlässigen.
Aus 6 kleinen Slowmo-Feldspielern wurde durch geschickte Kombination ein übermenschlicher Bewegungs-Apparat, der Ramrod glich – eine pure Kampfmaschine!

Nachdem die erste Halbzeit unspekatakulär 0:0 endete und die Slowmo´s sich insgeheim für den folgenden Verlauf schon eine Neuauflage des Elfmeterschießens wünschten, geschah es dann doch:
Aus dem mächtigen Taktik-Apparat der Slowmo´s schob sich Stürmer Flo auf zu neuen Ufern – in dem Fall dem gegnerischen Strafraum samt hochkarätiger Torchance. Die erste wurde nach überragender Vorbereitung und Auswackeln des Torwarts noch zeitgleich an Pfosten und Latte geschossen, doch die zweite Chance ließ dem Keeper der “Fersen” (irgendwas damit hat das Wort Calcaneus zu tun) keine Chance – 1:0 für die Slowmo´s!!

Die Fersen wollten ab dann in den zweiten Gang schalten und endlich mal Hackengas geben, doch zu Chancen kamen sie ob der überragenden Ausrichtung der Slowmo´s zu absolut keinem Zeitpunkt im Spiel.

Besonderer Aufreger und Hingucker im Spiel: Nach einem missglückten Angriffsversuch der wie einst Ikarus zurechtgestutzten Galaktischen nahm ich (in meiner Funktion als Oberaufseher und Nebenberufs-Torwart) den Ball, versuchte mit einem Abschlag den Schuss aufs gegnerische Tor, welches deren Keeper äußerst sträflich allein gelassen hatte (etwa 12m vor dem Tor) – und die Sekunden dieser Aktion schienen durch eine wundersame Fügung des Schicksals langsamer zu verrinnen als gewöhnlich.
Die Flugkurve des Balls ließ von vornherein erkennen, dass der Versuch sehr gefährlich werden könnte – die Länge passt scheinbar – der Torwart ist noch meilenweit vom Tor entfernt – der Ball kommt aufs Tor – der geht doch nicht rein????!!! – der geht rein???!!! – NEIN!

Nach einer gefühlt einminütigen Flugbahn gelangte der Ball durch die gewaltigen Kräfte des Magnus-Effekts trotz guter Planung und Durchführung durch das fiese Schicksal der Physik nicht ins Tor, sondern tatsächlich auf 50m Entfernung etwa 20cm neben das Gehäuse – weiter 1:0!

Doch dieser Versuch verlieh den Slowmo´s die Ikarus-Flügel 2.0 und stutzte den Gegner auf Pinguin-Format zusammen – das 1:0 und somit der Final-Einzug war eingetütet! Im übrigen sind wir damit die einzige Mannschaft, die es geschafft hat, Udinese Calcaneus ohne Gegentreffer vom Platz zu fegen!

Dort geht es kommenden Dienstag (13.07., 19.40h) zum Finale zwischen den Slowmo´s und dem Gegner in der Gruppenphase: Die Milchmäuse! Doch wie es sich über ein Turnier so ergibt, sind diese Milchmäuse nicht mehr der Gegner aus der Vorrunde – aber auch die Slowmo´s haben einiges dazugelernt. Und den Vorteil, bereits in einem Uni-Liga-Finale gestanden und dieses gewonnen zu haben! Klarer Vorteil Slowmo´s. Nächste Woche gibt es mehr! :-)