Apr 7 2010

Mitfahrgelegenheit – “Ein Erlebnis” oder “Ist das wirklich sicher?”

Ich bin es schon oft gefragt worden. Heute erst wieder, und daher nehm ich das hier an dieser Stelle mal zum Anlass, öffentlich darüber zu reden. Die Ausgangsfrage lautet:

“Ist Mitfahrgelegenheit seriös und sicher? Kann man sich auch als Frau gefahrlos in ein fremdes Auto setzen?”

All jenen, die diese Frage überhaupt stellen, sei gesagt: Eure Eltern haben Euch (mindestens in diesem Bereich) gut erzogen! Man steigt nämlich in der Tat nicht bei Fremden ins Auto, egal, ob man nun 7 oder 27 Jahre alt ist. Ausgenommen sind wohl der Taxi- oder Busfahrer.

Aber Spaß beiseite, Ernst, komm mal her! Ernst! So Ernst, dann sag mal, wie das mit der Mitfahrgelegenheit so ist.

Ernst: “Also, das mit der Mitfahrgelegenheit ist so…….”
Ernst, Ruhe jetzt! Ich erzähl das! Also. Jetzt aber wirklich und echt.

Bedingt durch meine Fernbeziehung (die vllt ja irgendwem irgendwann mal aufgefallen ist) ist es so, dass ich mich natürlich auch mit den Möglichkeiten auseinander gesetzt habe, von A nach B (eben von Düsseldorf nach Weimar) zu kommen. Grundsätzlich gibt es da natürlich einige Methoden, die da wären:

  • selber mit dem Auto fahren – was natürlich für jemanden ohne Auto schwer ist.
  • Fliegen. Ist ohne Flügel natürlich schwer, mit den Billig-Fliegern aber im gewissen Rahmen eine Alternative,
  • Bahn fahren. Die fährt immerhin andauernd.
  • eben die Mitfahrgelegenheit!

So Scherzantworten wie “zu Fuß gehen” oder “mit dem Rad fahren” sind an dieser Stelle natürlich bewusst ausgespart ;-)

Gegen Fliegen spricht zum einen der Aufwand, der rund um einen Flug geschieht: Anreise zum Flughafen, Check-In-Prozedur, Abreise vom Flughafen. Dank Billigfliegern allerdings möglicherweise ähnlich günstig wie eine Mitfahrgelegenheit, aber (meistens) nicht so kurzfristig buchbar.

Die Bahn fährt natürlich immer und quasi überall hin. Und meistens oftmals manchmal auch pünktlich und bequem. Nun gut, die Fahrtzeit (in einem IC/ICE) ist sicher ähnlich wie eine Mitfahrgelegenheit, aber die (insbesondere kurzfristige) Verfügbarkeit einer Verbindung ist quasi nicht gegeben. Je größer die Strecke und je länger die Vorlaufzeit, desto eher lohnt sich natürlich womöglich eine Bahnfahrt.

So, nun aber zum Kernpunkt des Ganzen hier: Das Nutzen der Mitfahrgelegenheit!

Dafür spricht (was man den vorherigen Punkten auch schon (in)direkt entnehmen konnte:

  • Es ist kostengünstig (i.d.R. 5(-7) Euro/100km)
  • Es geht schnell (in den meisten Fällen etwa 100km/h inkl. Stau/evtl. Pausen etc.)
  • Es ist (relativ) bequem (eine große Limousine mehr als ein Corsa ;-) ) – bequemer als ein voller IC(E) oder ein Billigflieger allemal!
  • Es ist kurzfristig “buchbar” (3-7 Tage vorher sind dennoch zumindest “gut”, aber keine Voraussetzung)
  • Man bekommt (im Normalfall), wenn man es möchte, Unterhaltung geboten (eben durch Unterhaltung :-D )

Womöglich gäbe es noch weitere (kleinere und nicht so gewichtige)Punkte, die für die Mitfahrgelegenheit sprechen, aber die genannten sind definitiv die Hauptgründe. Der Grund, warum ich explizit die Mitfahrgelegenheit, nicht aber die Mitfahrzentrale, erwähne, ist, dass dort die Vermittlung an einen Fahrer schon Geld kostet.

Um die angezeigten Mitfahrgelegenheiten zu erhöhen, lohnt es sich übrigens, die “Umkreis-Suche” zu benutzen. Grade bei (NRW-)Studenten mit (NRW-)Ticket würde sich ein Blick über den städtischen Tellerrand hinaus lohnen. Also statt von Düsseldorf von Köln aus losfahren (Hinweise auf “Verbotene Stadt” sind an dieser Stelle weder von Düsseldorfern noch von Kölnern notwendig ;-) ).

Nun die Frage vom Eingang, ob das Ganze “sicher” ist. Natürlich habe ich selbst (männlich, 1,97m) nicht das Problem, dass ein potentieller Vergewaltiger oder Mörder an mir viel Spaß haben würde.
Aber auch für die Damen unter uns sei von mir (ohne Gewähr natürlich, rein aus empirischer Beobachtung!) gesagt: Nichts auf dem Planeten ist sicher, aber die Mitfahrgelegenheit Nutzende sind in der Regel einfach Pendler, die zB in München wohnen und in Köln arbeiten, und dementsprechend jedes Wochenende (oder zumindest regelmäßig) in die Heimat fahren. Und in der Bahn oder im Flugzeug gibt es mindestens genauso viele Verrückte.

Desweiteren sind Fahrten, bei denen man als Mitfahrer alleine mit dem Fahrer fährt, extrem selten bis (mittlerweile) gar nicht mehr vorhanden. Selbst vor kurzem, bei einer Fahrt ab 4.30h morgens (!) waren wir zu fünft im Auto!

Als Frau kann man sich also in der Regel sicher sein, dass noch 2-3 weitere Mitfahrer an Bord sein werden, wovon dann mindestens einer immerhin männlichen Geschlechts sein sollte (zuzüglich dem hier angedachten männlichen Fahrer). Eventuelle Übergriffe erschweren sich natürlich mit der Zahl der Mitfahrer, man kann da also im Großen und Ganzen beruhigt sein.

Auch die Frage nach rasenden Fahrern in verkehrsuntüchtigen Fahrzeugen ist berechtigt. Die Wagen sind alle gut in Schuss (und zumeist nur wenige Jahre alt), und die Fahrer fahren, gerade, wenn sie mit Fremden unterwegs sind, sehr behutsam. Ausnahmen könnten die Regel allerdings bestätigen ;-) Aber dann kann man ja auch darüber sprechen!

Das Schlimmste, was mir in meiner Zeit bisher passiert ist, sind unkommunikative (Mit-)Fahrer, Unpünktlichkeit mancher Beteiligter (was bis auf einen Ausreißer auch ausschließlich Mitfahrer waren) oder (in meinen Augen) zu teure Fahrten. Die oben angesprochenen 5-7€/100km sind der Vollständigkeit halber realistisch, aber 7€/100km einfach vollkommen überzogen (grad bei zuletzt gesunkenen Spritkosten). Außer natürlich, der Fahrer möchte damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Bei 4 Mitfahrern im Auto wären es immerhin 28€/100km Fahrt. Selbst nach Abzug sämtlicher Kosten ließe es sich damit zumindest halbwegs leben.

Schlimmer sind nur noch (und das gibt es scheinbar tatsächlich) professionelle Mitfahrgelegenheiten. Die dann mit einem Kleinbus regelmäßig von A nach B und zurück fahren, nur, um sich was dazu zu verdienen. Da kommen dann natürlich keine Gespräche auf, und die Fixierung auf den Verdienst schmälert die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrt günstig ist.

So, zum Abschluss noch: Fahrt mit, lasst Leute mitfahren, traut Euch! Dies soll nicht missionarisch klingen, kann sich aber in vielen Fällen einfach lohnen! Danke fürs Lesen, ich würd mich über Kommentare/Erfahrungen wirklich freuen! :-)


Jan 26 2010

Die Mitfahrgelegenheit zu Weihnachten – Drama oder Komödie?

Das Folgende könnte womöglich der Feder eines begabten Dramaturgen und Autors entsprungen sein – vielleicht ist es aber auch nur eine erzählenswerte Geschichte, wie sie das Leben zu schreiben pflegt. Die Namen und Orte sind möglicherweise frei erfunden. Drama oder Komödie. Wer weiß das schon?

Im vergangenen Dezember rückte Weihnachten wie jedes Jahr eigentlich mit Siebenmeilenstiefeln näher, bis man die Wärme des Atems der Rentiere Santas auf der Haut förmlich fühlen konnte. Es war also soweit: Ich sollte in einer neuerlichen Auflage der Mitfahrgelegenheit erst nach Weimar (ge)fahren (werden), um von dort mit meiner Freundin in den Weihnachtsurlaub bei ihren Eltern im Harz aufzubrechen. Hört sich soweit einfach an. Dachte ich auch.

Vorgeschichte: Eine bereits voll durchgeplante Mitfahrgelegenheit sagt mir 24h vor der geplanten Abfahrt ab. Panik! Wie jetzt nach Weimar kommen? Ah, eine Alternative. Anrufen! Von meinem Dilemma erzählen! Mitleid. Nein, sie will eine andere Strecke fahren. Betteln. Ja, sie nimmt mich mit!

48h später, etwa eine Woche vor Weihnachten: Die Mitfahrgelegenheit war terminiert, der Treffpunkt abgesprochen, der liebe Christian um Punkt 9 Uhr morgens in Wuppertal am Hauptbahnhof. Dankbar, dass die nette Fahrerin für den heutigen Tage sogar einen Umweg für mich in Kauf nehmen würde. Meine sonore Stimme schien auf sie eine sirenenhafte Auswirkung gehabt zu haben. Oder so ähnlich.

Nachdem sie fünf Minuten nach der verabredeten Zeit noch nicht am Treffpunkt angekommen war (praktischerweise übrigens das Restaurant “Zur Goldenen Möwe” – wo ich mich bereits mit einem Kaffee  “to go” versorgt hatte), rief ich an. Keine Antwort. Wird mich da jemand versetzen?

Nach wenigen Augenblicken allerdings der Rückruf:

“Mein Auto springt nicht an. Mein Freund hat das Auto gestern gefahren, ich hoffe, das Benzin ist nicht leer.”

Üblicherweise kontrolliert man natürlich auch nicht den Benzinstand, bevor man 400km durch die Republik zu fahren gedenkt. Wozu auch. By the way war das der Anfang der Dezember-Eiszeit im Jahr 2009, es gab also auch in Deutschland tatsächlich vermehrt kristallines Wasser zu bestaunen – was direkt meine erste Vermutung gedeihen ließ: “Die Batterie ist leer.”

In der Zwischenzeit fand ich auch einen weiteren Mitfahrer. Setzte ihn über alles Wissenswerte in Kenntnis (die Mitfahrgelegenheit, das Wetter, mein Leben) und wir versorgten uns für die Wartezeit mit Kaffee.

Nach etwa einer halben Stunde kam ein Anruf:

“Ja, also, es ist nicht das Benzin. Keine Ahnung, was es ist, ich ruf mal den ADAC an. Wartet ihr?”

Ja natürlich warte ich! Wo soll ich denn auch hin? Außerdem fand ich die gesamte Situation zu dem Zeitpunkt bereits amüsant, dass ich mir das Ende des Dramas nicht entgehen lassen wollte.

Nach etwa einer guten weiteren Stunde Wartezeit (und einem zweiten Frühstück) der nächste Anruf:

“Der ADAC ist jetzt da. Es ist nicht der Anlasser. Er findet den Fehler auch nicht. Er ruft einen Abschleppdienst an.”

Hörte sich soweit super an. Vor allem der Fakt, dass sie einen Leihwagen in Aussicht gestellt bekommen hat. Mein neuer Freund Falk, der mit mir gewartet hatte, und ich, gingen zu Fuß (mit unseren weihnachtsgeschenkebepackten) Taschen zum Ort des Geschehens – der nur etwa 10 Minuten entfernt lag.

Nach kurzem Vorstellen und Gelächter über die Situation erschien auch fluchs der Abschleppdienst, der uns einen Leihwagen garantierte, der aber im Nachbarort Remscheid stünde – und nur zwei von uns drei Unglücklichen im Abschleppwagen mitfahren dürften. Wir zwei Mitfahrer, aus solidarität aneinandergekettet, zogen es vor, wieder in den Wuppertaler Hauptbahnhof zu marschieren, um nochmals knapp 1,5h zu warten, bis, ja, bis endlich und viereinviertel Stunden nach der geplanten Abfahrt es endlich losgehen konnte.

Es wurde eine Mercedes-B-Klasse. Noch vor dem Einsteigen wurde mir von der Fahrerin in ihrer (charmant) frauenhaften Art gesagt, dass sie sich mit dem neuen Auto doch unsicher fühle und ob ich nicht fahren wolle.

Welch Angebot. Erst gehts 4 1/4 Stunden später los, und dann darf ich auch noch selbst fahren – und für die Fahrt auch noch bezahlen. Na immerhin war das der einzige Lichtblick am Horizont – 4h Spaß beim Mercedes-Fahren!

Nach vier unterhaltsamen Stunden Autofahrt durfte ich dann an meinem Bestimmungsort aussteigen und habe sogar anständig Rabatt bekommen. Im nachhinein hätte ich für die Gaudi aber wohl auch den vollen (Eintritts-)Preis bezahlt. Danke für die acht schönen Stunden!

Zwei Tage später ging es dann bei -18°C durch den Harz…


Mai 21 2009

Twitter taugt nichts ?

Da soll mal einer sagen, dass Twitter für nichts zu gebrauchen ist!

Ich “followe” unter anderem die Webpräsenz Mitfahrgelegenheit.de, und die haben sich etwas Tolles überlegt: Unter den ersten 100 “Followern” wurden 10 Premium-Accounts für 1 Jahr verlost. Und na ja, was soll ich sagen? Ich habe seit heute für ein Jahr kostenlos einen Premium-Account :-)

Noch weiß ich zwar nicht, was das exakt für Vorteile bringen wird, aber es liest sich auf jeden Fall gut :-) Premium-Nutzer. Klingt wie Alpha-Tier, Mensch 1. Klasse, VIP! Und so oft gewinne ich ja auch nicht :-)

Ach ja, hier kann man das MFG-Twitterprofil einsehen :-) Auf zum Premium-Account! :-)


Mai 19 2009

Spinnen die Tamilen eigentlich???

Vor zwei Wochen konnte ich nicht mal mit absoluter Bestimmtheit sagen, was Tamilen überhaupt sind – jetzt weiß ich es und ich muss sagen, dass ich es lieber anders erfahren hätte.

Letzte Woche Sonntag war ich mit meiner Freundin in der Düsseldorfer Altstadt, genauer gesagt auf der Rheinpromenade: Sonnige 20°C, mit einem Sonntag-Nachmittag-Bier vom Kiosk in der Hand saßen wir auf einer kostenlosen Bank mit Rhein-Blick. Rhein-Blick? Nein, denn an exakt diesem Nachmittag kam plötzlich und unerwartet eine indisch aussehende Truppe (etwa 300 Personen) auf die Rhein-Promenade, und hat eine Menschenkette gebildet. Einen halben Meter vor uns!

Gut, wir waren ja bestens gelaunt ob der Sonne, da haben wir uns das Ganze mal eine Viertelstunde aus absolut nächster Nähe – mittendrin, statt nur dabei – angeguckt. Haben dann eben auch erfahren, dass es Tamilen waren, die gegen Genozid in Sri Lanka protestiert haben. Kam uns was komisch vor, dass am Rhein zu machen, aber solang sie niemanden ernsthaft gestört haben, warum nicht.

Nun fuhr ich aber am Sonntag nach Weimar. Ich hörte schon im Radio, dass Tamilen den Frankfurter Hauptbahnhof besetzt hätten. Nicht mit Truppen, sondern wortwörtlich. Die haben sich einfach auf die Gleise gesetzt und den verkehrsreichsten Bahnhof Deutschlands so teilweise zum Erliegen gebracht. Wegen den ganzen Reisenden, die wohlverdient und notwendig irgendwo hin wollten und somit massiv behindert wurden, konnte ich die Aktion schon nicht verstehen.

Doch zurück zur Mitfahrgelegenheit nach Weimar: Von meinem Vater per Handy hörte ich schon vorab, dass Tamilen sich beim Kreuz Breitscheid auf die A52 gesetzt hatten. Und somit für eine Vollsperrung gesorgt hatten. Das konnte ich ja schon kaum glauben!
Aber mein Mitfahrgelegenheits-Fahrer ließ sich nicht davon abbringen, wenigstens mal zu gucken, wie es ist, wenn Tamilen auf der Autobahn sitzen. Dabei hätte man es – frei nach Eva Herman und Johannes B. Kerner – schon wissen müssen: “Autobahn geht gar nicht”. Ging sie auch nicht. Irgendwann war auf einmal Schluss. Und zwar tatsächlich Vollsperrung-Schluss.

Unnötig, zu erwähnen, dass wir Glück hatten und nur eine halbe Stunde so vertendelt haben, denn das Unverständnis und ein gewisser Groll bleibt: Was erlauben sich die Tamilen eigentlich? Erst mal ist es ja schön und gut, dass sie demonstrieren wollen, aber doch bitte nicht auf der Autobahn, es müssen viele Leute schließlich von A nach B – grad sonntags!

Was ich vor allem aber nicht verstehe, ist: Glauben die ernsthaft, dass auch nur einer, der davon gehört hat oder sogar davon bei seiner Reise beeinträchtigt wurde, dafür Verständnis hat? Ich eher nicht! Man kann das auch anders machen, und die Demonstranten können echt froh sein, dass eine Polizei in Deutschland, die dazwischen gegangen wär, direkt mit Gestapo-Methoden konfrontiert worden wäre. Und auch “das geht gar nicht” in Deutschland.

Aber aller guten Dinge sind drei, vllt. sehe ich ja nochmal welche. Vielleicht demonstrieren die ja demnächst von meiner Wohnung aus! Nächsten Sonntag…


Nov 21 2008

Also manchmal… (MFG-Bericht Nr. 38161942)

… da frage ich mich, ob die Menschen auch nachdenken, oder einfach nur handeln, ohne Rücksicht auf Verluste. Friendly Fire fällt mir dazu noch ein, gibt es auch, passt thematisch aber leider nicht, daher nur als Erwähnung :-D Es ist eher das Prinzip der (betriebswirtschaftlichen) Heuschrecken, wo man selbst den eigenen Vorteil sucht, ohne auf die Umgebung zu achten.

Also, ich komm soeben aus Weimar zurück. Mal wieder mit einer Mitfahrgelegenheit. Meine Hinfahrt war gut. Nicht Weltklasse, aber eine solide 3+ auf jeden Fall! Hat mich vom Düsseldorfer Hbf nach Erfurt mitgenommen, wo ich dann noch kurz in den Weimarer Hafen übersetzen musste (das ist eine Metapher, Weimar hat keinen Hafen, falls sich jetzt jemand wundern sollte).

Die Tage waren soweit auch sehr schön, waren in Erfurt – wollten Kulturbesuch machen: Augustinerkloster, Erfurter Dom, Krämerbrücke. Was es so in Erfurt halt alles gibt. Nun ja, im Endeffekt waren wir bei IKEA und ein wenig shoppen. :-D Sind irgendwann scheinbar falsch abgebogen, standen wir in der Shopping-Meile und kamen da nicht mehr weg ;-)

Nun denn, aber nun zum eigentlichen Thema. Meiner Rückfahrt!
Die Absprache erwies sich schon als schwierig, da der Telefonkontakt durchaus als “Scheisse” beschrieben werden durfte. Dazu kommt dann noch, dass der werte Herr es nicht für nötig hielt, den (sonst für Weimar) üblichen Startpunkt zu wählen, sondern mitten in der Pampa von Weimar. Und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt! Dort angekommen warteten schon zwei Persönchen auf mich, in Form von weiteren Mitfahrern. Aber durch ein kurzes Durchzählen (und meine Vorkenntnis, dass in Erfurt noch jemand zusteigen würde) wurde uns schnell klar, dass die Fahrt anstrengend wird: Skoda Octavia. Gutes Auto erst mal, keine Frage (zufälligerweise genau das gleiche wie auf meiner Hinfahrt). Aber mit Fahrer, jemandem aus Erfurt, den zwei anderen und mir fuhren im Endeffekt fünf Personen diese 400km lange Strecke. Das versprach ja chic zu werden! Die Stimmung war bereits wenige Minuten nach Fahrtbeginn unterhalb des Gefrierpunkts. Doch das Grauen sollte erst noch beginnen.

Denn es war auch nicht notwendig, in Erfurt den Hauptbahnhof anzusteuern, oh nein! Der werte Herr Fahrer wollte sich lieber irgendwo in der Erfurter Pampa (das ist kein Witz, sondern die pure Wahrheit!) treffen. Ergebnis: Wir mussten erst mal 20 Minuten zu dem Ort überhaupt hin irren, um dann im Endeffekt mit drei Personen auf der Rückbank bestückt die Reise antreten zu können. Ich hatte dabei schon die Glückskarte gezogen, denn ich durfte (wie zumeist, es leben die großen Körperdimensionen) immerhin vorne sitzen. Musste mir den Platz nur mit meinen Knien, meiner Apfelschorle und einem zwei Zentner schweren Atlas teilen.

Und als ob all das nicht genug wäre, war bekanntlicherweise heut auch “der schlimmste Sturm seit Kyrill”…war ja klar, dass ich genau in dem Schlamassel nach Hause fahren muss! Allerdings hat die Fahrt dafür, dass wir für die ersten 100km zwei Stunden gebraucht haben, mit insgesamt 5 Stunden Fahrtdauer relativ kurz gedauert. Frech fand ich dann allerdings, als meine Mitfahrer ihn fragten, ob es (statt der üblichen 20€ für die Strecke) einen Rabatt geben würde, da die Fahrt ja tendenziell eher unbequem sei, seine Antwort:

Nein, bitte jeder 20€, ich habe bei dem Auto ja auch Wartungskosten.

Da wusste ich ja nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Erst hat dieser Idiot kurzdenkende Kerl 4 (in Worten: VIER) Mitfahrer an Bord, wovon exakt vier scheisse gesessen haben, und dann verweigert er denen auch noch einen Rabatt, obwohl ihn selbst die Fahrt an Sprit höchstens (mit viel Wohlwollen) 50€ gekostet hat.

Na ja, was bringt das aufregen? Ich bin zu Hause, bin sicher angekommen, und nächste Woche beginnt das Abenteuer auf ein Neues! :-)


Jul 22 2007

Mein Wochenende

So, nach einiger Zeit, in der ich durch Abwesenheit geglänzt habe, werde ich nun heute was schreiben.

Mein Wochenende begann diesmal schon Donnerstag. Das hat nix mit Student oder so zu tun, sondern damit, dass mein Schatzi am Donnerstag zu mir gekommen ist. “Zu mir” heißt da Köln Hauptbahnhof, McDonalds. Und “Donnerstag” heißt tatsächlich Donnerstag, allerdings 23.58 Uhr. Echt jetzt, die kam 2 vor 12 da an! Da war ich natürlich schon da, wozu fährt man schließlich Mercedes :-D
Stand dann also mit der schönen weißen E-Klasse direkt am Bahnhof, und – kein Scheiss – nach nicht mal 2 Minuten steht auf einmal ne alte Frau in der Tür und hält mich für ein Taxi! Als ich ihr dann helfen wollte und mit dem Finger auf einen 25m entfernten Taxistand gezeigt hab, war sie so geschockt, dass sie irgendwo anders rumgeirrt ist. Egal, Schatzi stieg dann 23.58h ein und wir fuhren heim :)

Am Samstag ist dann Folgendes passiert: Wir wollten shoppen fahren. Mit der Bahn. Nach Dortmund. Ist mal was anderes als immer nur Düsseldorf, und ja genauso umsonst (gedankt sei dem Student+Mitfahrer-VRR-Ticket). Wir also um 11.10h an der Bahn, aber ist ja klar: “Lokausfall”, die nächste Bahn planmäßig 11.47h. Die hatte dann 10 Minuten Verspätung! Der Tag begann ja gut!
Haben uns dann spontan entschieden, doch “nur” nach Düsseldorf zu fahren, die Fahrt dauert sonst so lange. Dann mussten wir zwischendurch umsteigen…die S-Bahn…10 Minuten Verspätung: “Signalstörung”. Ja ne, is klar!

Wenn die Wichser von der Bahn streiken müssen, dann sollen sie das gefälligst auch sagen!

In Düsseldorf war der Tag dann soweit ganz gut, habe eine Badeshorts für den Urlaub gefunden. Ist jetzt nicht sonderlich spannend, und ich weiß nicht, ob ernsthaft jemand mit halbwegs gesunden Augen mich in Badeshorts sehen will! Hab mich übrigens morgens – halb genötigt, halb gewollt – dazu entschieden, mit Flipflops nach Düsseldorf zu fahren. Das Ergebnis am Abend und nach gefühlten 100.000 Schritten: 4 Blasen, jeweils an exakt derselben Stelle links und rechts. Kann natürlich kaum gehen – also noch weniger als sonst sowieso schon :-D Egal, hat sich ja dennoch gelohnt der Tag, war wirklich nett. Abends dann entspannt, n bißchen fern gesehen und den Abend zu zweit genossen.

Heut mussten wir dann nach Wuppertal fahren, da von dort aus ihre MitfahrgelegenheitFritz, runde 50, aber nett! – losgefahren ist. Da hab ichs mir natürlich nicht nehmen lassen und mir einfach mal heimlich, still und leise einen 1,50€ Döner geholt :-P
Dafür bin ich jetzt leider wieder allein :-( Aber nur 12x schlafen, dann gehts erst nach Bad Harzburg und dann ein paar Tage später in die Sonne – Ostsee, Strand, billiges Essen/Trinken und meine Kleine – was könnt da noch besser werden? Na ja, Internet werd ich da nicht haben :-( Vielleicht halt ichs ja auch mal einige Zeit ohne aus…früher hat das ja auch geklappt! :-D So mit 8 oder 10 oder so…

Also, noch 12x schlafen!


Mai 20 2007

Mitfahrgelegenheit…und der VfL

Die letzten Tage waren wirklich schön: Mittwoch Nacht hab ich meine Freundin in Köln abgeholt. McDonalds, Amsterdamer Straße. Mit schönem Parkplatz, konnte man gut finden! Bei der Gelegenheit: Meine Frau Mutter hat sich kürzlichst ein Navigationsgerät gekauft: ein TomTom One. Wahnsinnig gutes Ding, hab ich direkt mal ausprobiert. Absolut intuitiv, und für 200 Euro gibts wohl nichts Besseres. Wer also grad auf der Suche ist…

Der heutige Sonntag gestaltete sich zeitlich wie folgt:

  1. Aufwachen und Aufstehen — 8-11 Uhr
  2. Waschen/Anziehen – 11-11.20 Uhr
  3. Frühstücken — 11.20-11.30 Uhr
  4. Fußball mit dem VfL Witzhelden — 11.30-15.30 Uhr
  5. nach Köln und zurück — 17.15-18.45

Das Spiel heute bedeutete gleichzeitig den letzten Spieltag einer durchaus als verkorkst zu bezeichnenden Saison 06/07. Stand vor dem letzten Spieltag: Ein Sieg von und und ein Unentschieden bzw. Niederlage des GSV Langenfeld II, und wir sind nicht abgestiegen. Jede andere Kombination: wir sind abgestiegen.
Im Endeffekt haben wir 7:1 gegen “nett” aufspielende Gegner von Genclerbirligi II gewonnen und unser Freundschaftsverein, der TSV Aufderhöhe II, gewann 1:0 beim GSV Langenfeld. Wir waren also nicht abgestiegen, puh. Glück gehabt, blaues Auge! Die Abschlusstabelle:

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Später dann mit dem Auto nach Köln gefahren, Zielort McDonalds am Kölner Hauptbahnhof. Aber nicht der direkt am Dom, das wäre ja zu einfach. Nein, “Breslauer Platz, hinter dem Bahnhof!”
Klar. Warum auch nicht. Wenn sich das einer als Treffpunkt ausdenkt, gibts bestimmt auch da nen Parkplatz drumherum. Das ganze Mal im TomTom eingegeben:

Köln — Straße Breslauer Platz — Ort von Interesse in der Nähe — Restaurants — McDonalds

Dann einfach mal losgefahren, und auf einmal stand ich vor dem Haupteingang am Taxistand, “Sie haben Ihren Bestimmungsort erreicht”. Oh, nett. Mit Blick auf den Dom…nur ein McDonalds war da nicht! Also angerufen. Oh, wir stehen auf der falschen Seite. Gut, dass das Navi uns falsch geleitet hat. Doch ehrlich gesagt war ich über die Wahl des Treffpunkts eher verwundert als das über das Navi. Denn auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs sah es wie folgt aus: Baustelle, schlimmerer Verkehr als auf dem John F. Kennedy Airport, 5 Minuten für 50m!!!

Hauptsache den Heini gefunden. Aber wie bitte kann man auf die Idee kommen, den vielbefahrensten Platz Kölns als Treffpunkt zu wählen?? Vor allem wenn man bedenkt, daß es Luftlinie 100m vom Kölner Hauptbahnhof aus 3 McDonalds gibt!!

Auf dem TomTom hab ich danach übrigens sofort ne aktuelle Karte installiert…wehe das passiert mir nochmal.
Aber um es auf einen Nenner zu bringen: Das Navi ist absolut top und die Mitfahrgelegenheit auch – wenn man nicht grad am Kölner Hauptbahnhof losfährt!