Jun 2 2009

Mein Berlin-Wochenende

Wie bereits am Freitag in einem kurzen Beitrag erwähnt, ging es um 6.45h am Freitag, den 29.5.09, los.
Gemütlich im Kombi meines Vaters, auf nach Glienicke-Nordbahn. Ist nicht direkt Berlin, aber nur knapp nördlich vom Bezirk Reinickendorf – der Heimat des Playboy 51! Vorweg gesagt: Den haben wir leider nicht gesehen :-(

Stau gab es durch unsere wohlüberlegte Fahrtzeit nur auf dem Berliner Autobahn-Ring, waren aber kurz vor 14 Uhr in eben jenem Glienicke-Nordbahn angekommen. In der Schwedenstraße. Passte ja, denn unsere Gastgeber an diesem Wochenende haben wir irgendwann in den 80ern wo kennen gelernt? Na klar, in Schweden! An dem Tag haben wir dann auch nicht mehr allzu viel gemacht: Nur ein wenig erzählt, abends bei einem äußerst Ouzo-spendablen Griechen Essen gewesen – ach ja, und einen Reifenwechsel haben wir auch gemacht! Macht man ja als guter Gast, gehört quasi zum guten Ton.

Am Samstag haben wir uns dann zur S-Bahn in Hermsdorf (einem wirklich pittoresken Städtchen mit einem formidablen Bäcker) bringen lassen, um in die Stadt zu fahren. Ziel: Friedrichstraße!
Dort sind wir dann auch gekonnt umgestiegen, um zum Mehringdamm zu fahren, wo mir von mehreren Stellen die Pommesbude “In”-Pommesbude “Curry 36″ empfohlen wurde. Geschmeckt hats ganz okay, war aber keine Offenbarung.

Von dort aus sind wir dann zum Checkpoint Charlie gefahren. Dem Ort, wo man alles erwartet hätte: Touristen, Taschendiebe, Verkäufer von allem möglichen Ost- und Russen-Kram. Aber was ich nicht erwartet hatte, war eine Tamilen-Demonstration! Kein Scheiss, die verfolgen mich! Diesmal waren es locker über 1000 Nervenden Personen, die uns von da ab relativ lang begleitet haben. Ich weiß nicht, wer das genehmigt hat, aber die durften allen Ernstes vom Checkpoint Charlie über den Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor und Reichstag marschieren. Und wir natürlich mittendrin, weil die exakt unsere Laufstrecke abgegangen sind. Da hats natürlich auch nur mäßig Spaß gemacht, bei dem ganzen Getrommle und Gegröhle und Gedemonstriere…

Am Brandenburger Tor sind wir dann nach einer kurzen Verweildauer  samt Fotos und Erinnerungen an alte Zeiten “Unter den Linden” in die Bahn und zum Alexanderplatz, um das höchste Gebäude Deutschlands aus nächster Nähe zu beobachten. Da wir weiterhin möglichst unorthodox unseren Weg beschreiten wollten, sind wir nun zum Savignyplatz gefahren, um von dort den gesamten Ku’damm runterzulaufen, gen (Kaiser-Wilhelm-)Gedächtniskirche, wo die Bayer04-Fanmeile war.

Auf dem Weg dorthin sind uns (natürlich) zwei Dinge passiert. Erst sind wir an Udo Walz’ Frisiersalon vorbei gelaufen, wo ich dann so in Gedanken an eine neue, möglichst teure Frisur war, dass ich das Lokal daneben verpasst habe, zu beobachten. Mir wurde allerdings aus verlässlicher Quelle (meinem Vater) berichtet, dass wir soeben an der höchsten Berliner Prominenz – Michael Preetz - vorbei gelaufen sind, welcher gemütlich zu Mittag speiste.

Am Breitscheidplatz (bei der Gedächtniskirche) wurden wir dann von einem rot-schwarz-grün-weißen Meer aus Fußballanhängern empfangen, die friedlich (!) ihr(en) Nachmittags-Bier(kasten) genossen. Inklusive Leichlinger Lokal-Prominenz (ungefähr allen Leuten, die ich kenne).

Von dort aus (Zoologischer Garten) gings dann ins Olympiastadion. Endlich! Dort angekommen, hat es dann auch sofort angefangen (orkanartig) zu regnen, ohne uns jedoch auch nur mit einem einzigen Tropfen kühlem Nass die (selbstgeflochtene selbst frisierte) Frisur zu versauen…

Nun ja, die Spiele (Frauen-Fußball sowie Fußball :-D ) sind Geschichte, da muss man nicht viel zu sagen. Nur: Warum wechselt der Labbadia eigentlich erst in der 85. Minute und bringt nicht mal den “Schneider Bernd”?
Alles Skandieren in der Richtung hat nix geholfen, das Spiel verloren und der Bruno wird wohl alsbald (wie ja ungefähr jeder Trainer in der Liga) ausgewechselt. Und der Adler wechselt ja jetzt zum FC Bayern, wo der Bayer verloren hat und nicht international spielen wird. Man (der Adler) will ja seine WM-Chance wahren.

Was mich dieses Wochenende gelehrt hat:

  1. Berlin ist immer eine Reise wert!
  2. Berlin ist (im Zentrum) gar nicht so weitläufig, wie man es annehmen sollte. Kann man alles sehr schön zu Fuß erreichen.
  3. Ich werde definitiv 2009 nochmal nach Berlin fahren (diesmal aber eher mit meiner Freundin statt meines Vaters, wobei das auch gut war!)
  4. Bayer 04 Leverkusen wird niemals irgendetwas gewinnen. Und einen Titel schon gar nicht!
  5. Ich kann mich rühmen, das letzte Spiel Diegos live im Stadion gesehen zu haben.

Der Grund des Besuchs - das DFB-Pokal-Finale!Foto-Impressionen des Wochenendes gibts hier

Danke an alle Beteiligten für das Wochenende, ich werds in allerbester Erinnerung behalten! :-)


Mai 19 2009

Spinnen die Tamilen eigentlich???

Vor zwei Wochen konnte ich nicht mal mit absoluter Bestimmtheit sagen, was Tamilen überhaupt sind – jetzt weiß ich es und ich muss sagen, dass ich es lieber anders erfahren hätte.

Letzte Woche Sonntag war ich mit meiner Freundin in der Düsseldorfer Altstadt, genauer gesagt auf der Rheinpromenade: Sonnige 20°C, mit einem Sonntag-Nachmittag-Bier vom Kiosk in der Hand saßen wir auf einer kostenlosen Bank mit Rhein-Blick. Rhein-Blick? Nein, denn an exakt diesem Nachmittag kam plötzlich und unerwartet eine indisch aussehende Truppe (etwa 300 Personen) auf die Rhein-Promenade, und hat eine Menschenkette gebildet. Einen halben Meter vor uns!

Gut, wir waren ja bestens gelaunt ob der Sonne, da haben wir uns das Ganze mal eine Viertelstunde aus absolut nächster Nähe – mittendrin, statt nur dabei – angeguckt. Haben dann eben auch erfahren, dass es Tamilen waren, die gegen Genozid in Sri Lanka protestiert haben. Kam uns was komisch vor, dass am Rhein zu machen, aber solang sie niemanden ernsthaft gestört haben, warum nicht.

Nun fuhr ich aber am Sonntag nach Weimar. Ich hörte schon im Radio, dass Tamilen den Frankfurter Hauptbahnhof besetzt hätten. Nicht mit Truppen, sondern wortwörtlich. Die haben sich einfach auf die Gleise gesetzt und den verkehrsreichsten Bahnhof Deutschlands so teilweise zum Erliegen gebracht. Wegen den ganzen Reisenden, die wohlverdient und notwendig irgendwo hin wollten und somit massiv behindert wurden, konnte ich die Aktion schon nicht verstehen.

Doch zurück zur Mitfahrgelegenheit nach Weimar: Von meinem Vater per Handy hörte ich schon vorab, dass Tamilen sich beim Kreuz Breitscheid auf die A52 gesetzt hatten. Und somit für eine Vollsperrung gesorgt hatten. Das konnte ich ja schon kaum glauben!
Aber mein Mitfahrgelegenheits-Fahrer ließ sich nicht davon abbringen, wenigstens mal zu gucken, wie es ist, wenn Tamilen auf der Autobahn sitzen. Dabei hätte man es – frei nach Eva Herman und Johannes B. Kerner – schon wissen müssen: “Autobahn geht gar nicht”. Ging sie auch nicht. Irgendwann war auf einmal Schluss. Und zwar tatsächlich Vollsperrung-Schluss.

Unnötig, zu erwähnen, dass wir Glück hatten und nur eine halbe Stunde so vertendelt haben, denn das Unverständnis und ein gewisser Groll bleibt: Was erlauben sich die Tamilen eigentlich? Erst mal ist es ja schön und gut, dass sie demonstrieren wollen, aber doch bitte nicht auf der Autobahn, es müssen viele Leute schließlich von A nach B – grad sonntags!

Was ich vor allem aber nicht verstehe, ist: Glauben die ernsthaft, dass auch nur einer, der davon gehört hat oder sogar davon bei seiner Reise beeinträchtigt wurde, dafür Verständnis hat? Ich eher nicht! Man kann das auch anders machen, und die Demonstranten können echt froh sein, dass eine Polizei in Deutschland, die dazwischen gegangen wär, direkt mit Gestapo-Methoden konfrontiert worden wäre. Und auch “das geht gar nicht” in Deutschland.

Aber aller guten Dinge sind drei, vllt. sehe ich ja nochmal welche. Vielleicht demonstrieren die ja demnächst von meiner Wohnung aus! Nächsten Sonntag…