Jan 6 2008

Linux wer ?

Ich wollte diesen Beitrag eigentlich schön länger geschrieben haben. Um ehrlich zu sein: Vor ziemlich genau 9 Monaten. Damals sollte der Titel “1 Jahr Linux” heißen, aber irgendwie hab ich mich nie dazu durchringen können, das Ganze zu schreiben.

Mittlerweile ist es also 1 Jahr und 9 Monate her, dass ich mir – parallel zu Windows XP – Ubuntu Linux installiert habe. Warum, wie, wann und wieso das Ganze?

Was dieses Linux ist, lasse ich jetzt mal außen vor, wer es nicht weiß, darf sich darüber gern bei Wikipedia informieren…

Angefangen hat mein Interesse an Linux bereits vor einigen Jahren mal, so etwa zu Zeiten von SuSe 6 Punkt irgendwas. Muss so 2001 gewesen sein. War auch wie eine Odyssee im Weltraum damals.
Weiß ich nicht mehr genau, war auf jeden Fall ein total beschissenes Betriebssystem – für mich; oder ich war noch nicht weit genug, kann auch sein. Damals saß ich auf jeden Fall bei der Installation – “Yet another Setup Tool” (YAST) hieß es da – und nach dem Partitionieren und einem Teil der Installation lief einfach gar nix mehr weiter. Einfach stehen geblieben. Ich war und bin nicht sonderlich geduldig bei solchen Sachen, daher hab ichs einfach wieder rückgängig gemacht und bin zu meinem Windows zurückgekehrt.

Von Ende 2005 bis Ende 2006 hatte ich dann ein Premiere Abonnement abgeschlossen und mir dazu eine Dbox gekauft. Das lief soweit auch alles ganz toll, nur hatte die Dbox ein unglaublich nerviges Problem:

  • Das Umschalten von Sendern hat immer so 2-3 Sekunden gedauert,
  • das Starten aus dem Standby etwa 2 Minuten
  • und das komplette Starten fast 5 Minuten!

Fünf Minuten, nur um einen Digitalreceiver zu starten, war mir dann doch zu nervig und so las ich etwas:

“Wenn man Linux auf der Dbox installiert, dauert das Umschalten keine Sekunde und das Starten aus dem Standby etwa 1-2 Sekunden”

Das klang für mich doch schon besser, und so informierte ich mich, was es mit diesem Linux für die Dbox auf sich hatte…da gab es dann viel zu lesen, und das alles klang auch sehr interessant. Und natürlich wußte ich aus der Vergangenheit noch, dass es ja auch dieses Linux für den PC gab.

So hab ich mich dann mal im ICQ bei einem Freund und ausgesprochenem Linux-Fachmann informiert, was es denn da so gäbe. SuSe und Debian sagten mir da was, aber er empfahl mir etwas komplett anderes: “Ubuntu”. Ubuntu? Nie gehört. Und irgendwie klingts schwul. Vor allem als ich dann gelesen habe, dass der Name aus dem Afrikanischen kommt und irgendwas von Menschlichkeit ggü. Anderen bedeuten soll. Aber gut, wenn der sagte, dass ich das nehmen solle, dann wollte ich es wenigstens mal probieren.

Gesagt, getan. Hab mir die das Image von der Ubuntu-Homepage runtergeladen. “Breezy Badger” hieß das. War die Version 5.10 (5 für 2005 und 10 für Oktober, also von 10/2005). Übersetzt heißt das “Flotter Dachs”…toller Name für ein Betriebssystem, und die Installation ging auch extrem einfach von statten.
Beim ersten Start erkannte dieses “Ubuntu” mit seinem flotten Dachs sogar meine sämtliche Hardware. Sogar mein WLAN und die Grafikkarte und alles. Super! Aber ich muss auch dazu sagen, dass ich keine sonderlich exotische oder neue Hardware hatte.

Hab mich dann (es waren Osterferien) tagelang durch Anleitungen gelesen und alle möglichen Probleme heraufbeschworen und im Endeffekt gelöst und im Ubuntu-Forum (wo ich im Forum mittlerweile Moderator und im Wiki sogar Admin bin!) meine dümmsten Fragen beantworten und Probleme lösen lassen. Nun ja, und irgendwie hat mich dieses Ubuntu überzeugt, so dass ich es jetzt (nach eben knapp 2 Jahren) fast ausschließlich nutze.

Das alles hat auch nix damit zu tun, dass ich Windows hasse (wie die lustigen trotteligen Leute, die es lieber “Windoof” nennen), oder dass ich Open Source wie sonst was in den Himmel loben würde. Auch nicht, es mir mehr “Macht” über mein eigenes System gibt. Nein, für meine Ansprüche reicht Linux und im Speziellen Ubuntu (mittlerweile 7.10: Gutsy Gibbon (“mutiger Gibbon”)) einfach vollkommen aus.

Ich kann damit alle Büro- und Officesachen genauso gut machen, Programme wie Thunderbird und Firefox hab ich ja vorher auch schon benutzt. OpenOffice dürfte auch jedem ein Begriff sein.

Nein, meine persönlichen absolut unschlagbaren Vorteile von Ubuntu (und im Prinzip allen Linux-Derivaten) sind:

  1. Es gibt praktisch keine Viren, Trojaner und diesen ganzen lästigen Mist für Linux.
  2. Es gibt das sogenannte “Apt“. Das ist im Prinzip ein Programm, was über bereitgestellte und gewartete Server mein komplettes System auf dem aktuellsten Stand hält. Aber nicht nur das System selbst hinsichtlich Sicherheitsupdates (wie die Windows Update Funktion), sondern auch die installieren Programme. Ich muss also nicht wie in Windows jedes Programm bei einer neuen Version einzeln runterladen und installieren, dieses APT macht das eigenständig.
  3. Es ist vollkommen umsonst, frei (wo ich mal nicht näher drauf eingehen will) und vor allem das alles auch noch vollkommen legal. Genial also!

Na ja, ich will jetzt hier keinen missionieren, aber vllt. interessiert es ja irgendwen irgendwann mal :-)

Und auf meiner Dbox lief damals danach natürlich auch nur noch Linux und ich konnte umschalten so schnell ich wollte :-)

Kurz noch ein paar Links:

  • “Linux ist nichts für dich. Lass es!” – Bißchen Satire, absolut lesenswert!
  • Beitrag “Linux ist nicht Windows” (für Interessierte)
  • The OpenCD – eine CD mit typischen Linux-Programmen, die es auch für Windows gibt – zum Reinschnuppern halt